ÄGYPTEN

Ägypten Transporte und Spedition Dienstleistungen

Egypt

Hauptstadt
Kairo

Einwohnerzahl
85 Mio

Landessprache/n
Arabisch

Währung
Ägyptisches Pfund (EGP)

Bruttoinlandprodukt (BIP)
USD 324,3 Mia

BIP pro Einwohner
USD 3303

Schweizer Exporte
CHF 891,47 Mio

Schweizer Importe
CHF 76,25 Mio

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Ägypten stellt für die Schweiz ein wichtiges Partnerland in der MENA-Region (Middle East and North Africa) sowie in Afrika dar. 2013 und 2014 war Ägypten der wichtigste Schweizer Absatzmarkt auf dem afrikanischen Kontinent. Betrachtet man das Gesamthandelsvolumen im Jahr  2014 (rund 1,13 Milliarden CHF), ist Ägypten hinter Südafrika, Ghana, Libyen und Burkina Faso der fünftwichtigste afrikanische Handelspartner der Schweiz und der fünftwichtigste der MENA-Region (hinter den Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Israel und Libyen).

 

Vertragliche Regelungen

Entschädigung der Schweizer Interessen (1964), Investitionsschutz (1973), Doppelbesteuerung (1987), Luftverkehr (1995) und Rechtshilfe (2000).

Freihandelsabkommen zwischen Ägypten und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA)

Mitglied der PanEuroMed-Zone

Assoziierungsabkommen EU – Ägypten.

Mitglied der Arabischen Liga.

 

Geschäftssprachen

Arabisch, Englisch, Französisch. Im Verkehr mit staatlichen Stellen ist die arabische Sprache Pflichtsprache.

Gebrauchsanweisungen und Kataloge für

Maschinen möglichst in arabischer Sprache!

 

Maße und Gewichte

Metrisches System

 

Zolltarif

Harmonisiertes System, Verzollung nach dem cif-Wert.

 

Währung

Landeswährung Ägyptisches Pfund (LE) = 100 Piastres (P. T.) = 1000 Milliémes

ISO-Code: EGP

 

Importkontrolle

Bei der Einfuhr von pflanzlichen oder tierischen Produkten, Lebensmitteln, pharmazeutischen Waren und Medikamente, alkoholische Getränken, Hefe und Stärke sind Einfuhrgenehmigungen erforderlich.

Für eine Vielzahl von Waren gilt das Direktbeförderungsprinzip.

Einfuhrverbote bestehen u.a. für bestimmte Chemikalien, ozonreduzierende Stoffe. Temporäre Einfuhrverbote bestehen u.a. für Lebendvieh, Tierprodukte, Schlachtabfälle. Es wurden wurden Finanzsanktionen gegen bestimmte ägyptsche Personen verhängt.

Umsatzsteuerregelsatz: 10% (General Sales Tax)

Daneben bestehen Wertsteuersätze (15%-50%) und Mischsteuersätze für bestimmte Warengruppen.

Ein ermäßigter Steuersatz (5%) findet u.a. für Kaffee, Düngemittel, bestimmtes Holz Anwendung.

 

Konformitätsprüfung

Mittels Konformitätsprüfungen (VOC – Verification of Conformity) kontrollieren die Inspektionsgesellschaften die Konformität von Exportware mit den nationalen Standards des Empfängerlandes oder ihren internationalen Äquivalenten, um Gesundheit und Sicherheit der Konsumenten und der Umwelt zu gewährleisten und den internationalen Handel zu erleichtern.

Sowohl Konformitätsprüfungen als auch die Austellungen von Konformitätsbescheinigungen betreffend ausländische Normen von Exportwaren, die in der Schweiz vorgenommen werden, können unter Art. 271 StGB fallen und sind in diesem Falle bewilligungspflichtig.

Zurzeit verfügen vier Inspektionsgesellschaften über solche Bewilligungen. Es sind Bureau Veritas Switzerland AG in Weinigen (Bureau Veritas), Cotecna Inspection SA (Cotecna) in Genf, Intertek (Schweiz) AG in Basel (Intertek) und SGS Société Générale de Surveillance SA (SGS) in Genf.

Link Konformitätsprüfung

 

Zahlungsbedingungen und Angebote

Alle Zahlungsformen zugelassen. Unwiderrufliches, von einer deutschen bzw. renommierten europäischen oder US-amerikanischen Bank bestätigtes Akkreditiv ratsam, bei geprüfter Bonität des Kunden kann auf „weichere“ Zahlungsformen übergegangen werden.

Verschärfung der Regeln für Geldtransters zur Zahlung von Importwaren: die Geschäftsbank, die die Mittelanweisung an ausländ. Lieferanten vornimmt, handhabt nun alle Importdokumente, die im Original vorzulegen sind, Bankkunden müssen schriftlich versichern die Dokumente nicht an andere Banken weiterzureichen.

 

Ursprungsangaben

Sind in arabischer Sprache erforderlich. Auf der Rückseite des UZ (Ursprungszeugnisse) ist vom Ausführer eine rechtsverbindlich (lt. Handelsregister) zu unterschreibende Hersteller-Erklärung abzugeben: „The goods are manufactured by . . . (Name).“

Allgemein muss auf allen eingeführten Waren oder, sofern nicht möglich, auf deren Verpackung oder äußeren Umschließung ein Etikett mit Namen des Herstellers und Ursprungsland angebracht sein.

Bestimmte Produkte, Investitionsgüter und Verbrauchsgüter und Lebensmittel gleichermaßen, müssen arabische Warenbeschreibungen führen; je nach Fall müssen die Vermerke (z. B. Herkunftsland) auf der Ware selbst oder in begleitenden Schriften (Beipackzettel, Broschüren) beschrieben sein. (Im Einzelfall genaue Auskünfte des Importeurs einholen – Warenlisten über Verbände, IHK (Industrie- und Handelskammern) .) Bei der Ausstellung aller für Ägypten bestimmten Papiere ist auf die vollständige Angabe der Landesbezeichnung „Arab Republic of Egypt“ zu achten. Bekleidungsgegenstände bedürfen der Kennzeichnungspflicht, wenn diese in Ägypten vertrieben werden sollen. U.a. hat das Etikett an innen sichtbarer Stelle in arabischer Sprache folgende Angaben zu enthalten: Made in …, Handelszeichen oder Hersteller, Größennummer, Textilanteile, Reinigungshinweise. Irreführungsverbot (Madrider Abkommen).

 

Verpackung

Seeverpackung, stark, aber nicht zu schwer. Pakete möglichst eingenäht oder in Kisten. Hinweise auf zerbrechlichen Paket- oder Kisteninhalt in arabischer Sprache empfohlen. Verpackungen sind in arab., engl. oder frz. Sprache mit dem Namen des Lieferanten, des Empfängers und mit dem Ursprungsland zu versehen. Umverpackungen ebenfalls. Besondere Vorschriften sind nur bei Anlagen, Maschinen, Geräten, Lebensmitteln, Keramik und Sanitäranlagen zu beachten. Bei Nahrungsmitteln müssen insbesondere Herstellungsdatum und auch Verfallsdatum aufgedruckt sein. Ggf. Angaben über Güteklasse, Zubereitung etc. Einzelheiten sollten auf jeden Fall mit dem Importeur abgestimmt werden.

ISPM 15 seit 01.10.2005: eingeführtes Verpackungsmaterial aus Holz, muss unabhängig vom Ursprungsland, entsprechend der im ISPM festgelegten Kriterien behandelt und gekennzeichnet sein.

Ein Pflanzengesundheitszeugnis ist danach nicht mehr erforderlich.

 

Warenmuster und -proben

Werbematerial ist mit den Namen des Lieferanten und dem Vermerk “not for sale” zu kennzeichnen, es gelten auf den Empfänger bezogene Jahreshöchstgrenzen.

Der Versand zollpflichtiger Muster ist als „Warenproben“ und „Päckchen“ nicht zulässig.

 

Versand- und Begleitpapiere

Im Rahmen der schnelleren Warenabfertigung brauchen Warenbegleitdokumente nicht mehr durch ägyptische Botschaft oder das Konsulat legalisiert werden

a) Handelsrechnungen (HR (Handelsrechnungen) ) 4fach, in engl., franz. Sprache mit allen Angaben, Nettopreisen in € und £, Netto- und Bruttogewichten, Zahlungsbedingungen etc. (vgl. Allg. Teil, Pkt. 12), beglaubigt durch IHK (Industrie- und Handelskammern) (4fach einreichen). Bei Textilien mit Baumwollgehalt ist der genaue Prozentsatz des Baumwollgehalts anzugeben, bei chemischen Produkten der prozentuale Anteil der einzelnen Substanzen. Waren mit Ursprung in einem Drittland sind konsularisch zu legalisieren.

b) Zollwertmeldung

c) Ursprungszeugnisse „Switzerland“, oder „………………….. (European Union)“ oder nur „European Union“. Auf der Rückseite des UZ (Ursprungszeugnisse) ist vom Ausführer eine rechtsverbindliche Herstellererklärung abzugeben („The goods are manufactured by…“). Konsularische Legalisierung ist nur für Waren mit Ursprung in einem Dritttland erforderlich. Das UZ (Ursprungszeugnisse) muss den Namen des Produzenten sowie ev. das Logo beinhalten.

d) Packlisten (Kashf ‘abwa) 3fach, französisch oder englisch oder arabisch, in denen für jede einzelne Kiste Zeichen und Nr., Netto- und Bruttogewicht, Außenmaße und Inhalt aufgeführt sind.

e) Als Präferenzursprungsnachweis WVB (Warenverkehrsbescheinigung) EUR.1 für Sendungen, soweit die Produkte unter das Freihandelsabkommen mit der EU fallen. EUR. 1 für Sendungen bis Warenwert von 6.000,– €. Dabei ist folgende Erklärung abzugeben: “The exporter of the products covered by this document declares that, except where otherwise clearly indicated, these products are of . . . preferential origin.” Für Sendungen im Werte über 6.000,– € ist grundsätzlich die Warenverkehrsbescheinigung EUR. 1 erforderlich. Der Exporteur füllt die Formulare aus, die Zollstelle stellt sie aus. „Ermächtigte Ausführer“ können die vorstehend genannte Ursprungserklärung, nach Bewilligung durch das zuständige Hauptzollamt, auf den Handelsdokumenten auch bei Sendungen über 6.000 € verwenden.

f) Konnossemente unbeglaubigt. Orderkonnossemente mit Notify-Adresse möglich.

g) teilweise Zeugnisse über Verstrahlungsfreiheit. Certificate from the Government of the exporting country indicating that the product has no radio-active radiation and was not produced in a place which was irradiated. (Zuständige Bescheinigungsstelle bei IHK (Industrie- und Handelskammern) erfragen.)

h) z.T. wird auf den Lieferpapieren die Angabe des Herstellers verlangt

i) Postpakete bis 20 kg; 1 APK (Auslandspaketkarte) , 3 ZI (Zollinhaltserklärungen) engl./franz., 1 HR (Handelsrechnungen) engl./franz. dem Paket beilegen, 2 direkt an Empfänger senden. Luftpostpakete bis 20 kg; 1 APK (Auslandspaketkarte) „mit Luftpost“, sonst wie Pakete. Luftfrachtsendungen: 2 HR (Handelsrechnungen) , 2 UZ (Ursprungszeugnisse) , 1 ILF (Internationaler Luftfrachtbrief) , Versandanzeige frz. oder engl., 3fach. Frachtsendungen: 2 HR (Handelsrechnungen) , 2 UZ (Ursprungszeugnisse) , WVB (Warenverkehrsbescheinigung) EUR 1 ggf. erforderlich für EWG-Waren im Rahmen des Präferenzabkommens, Ausstellung durch Zollstellen.