LIBYEN

Libyen Transporte und Spedition Dienstleistungen

Libya

Hauptstadt
Tripolis

Einwohnerzahl
6,155 Mio.

Landessprache/n
Arabisch

Währung
Libyscher Dinar LYD

Bruttoinlandprodukt (BIP)
USD 49’341 Mrd.

BIP pro Einwohner
7941

Schweizer Exporte
CHF 231 Mio.

Schweizer Importe
 CHF 1,329 Mrd.

Bilaterale Beziehungen Schweiz–Libyen

Nach dem Sturz des Gaddafi-Regimes hat Libyen einen politischen Transformationsprozess in Angriff genommen, der insbesondere darauf abzielt, die innere Sicherheit und Stabilität wiederherzustellen. Die Schweiz unterhält bereits solide Beziehungen zu den neuen libyschen Behörden und will diese beim Wiederaufbau des Landes unterstützen.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

2009 war Libyen der zweitwichtigste Handelspartner der Schweiz in Afrika. Durch die Krise zwischen den beiden Ländern und das libysche Embargo gegen die Schweiz brachen 2009 die Exporte in Richtung Libyen ein (-44,6% gegenüber 2008). Die Einfuhren aus Libyen (99% Rohöl) gingen gegenüber 2008 noch drastischer zurück (-78,4%). Dieser Trend setzte sich bis 2011 fort.

Geschäftssprachen

Arabisch, v. a. im Schriftverkehr mit Behörden, Englisch.

Maße und Gewichte

Metrisches System.

Zolltarif

Harmonisiertes System.

Währung

Landeswährung Libyscher Dinar. ISO-Code: LYD

Importkontrolle

Restriktive Maßnahmen: Waffenembargo, Einreisebeschränkungen und Finanzsanktionen sowie Verbot von Ausfuhr und Dienstleistung von Gütern zur internen Repression. Importeure müssen über eine gültige Registrierung im Importeursregister verfügen. Einfuhrbeschränkungen für Waren sind in Form von Registrierungsund Genehmigungspflichten sowie Verboten vorhanden. Lizenzen und/oder Registrierungen sind u. a. für Medikamente, medizinische Produkte, Säuglingsnahrung, Radio- und Telekommunikationssendegeräte erforderlich. In einer „Negativ-Liste“, welche ständigen Änderungen unterliegt, werden die generellen Importverbote veröffentlicht. Darunter fallen u. a. Waren aus Israel, Schweine und deren Fleisch, Geflügel, Alkohol, bestimmte Textilien, Gebrauchtwaren. Die Devisenkontrolle unterliegt der Libyschen Zentralbank. Devisengeschäfte unterliegen einer Genehmigungspflicht. Genehmigungen bezüglich der Bezahlung von Warenimporten sind i.d.R. unproblematisch. Die Verwendung arabischer Schrift und Zahlen im Geschäftsverkehr ist vorgeschrieben (Ausnahme: technische und medizinische Fachausdrücke, für die es noch keine Übersetzung ins Arabische gibt). Der Korrespondenz sind arabische Begleitschreiben beizufügen.

Zahlungsbedingungen und Angebote

Akkreditiv-Basis vorherrschend (Versicherung muss mit lib. Versicherungsgesellschaft abgeschlossen werden). Kreditauskünfte können nur über Banken eingeholt werden. Preisangebote in €, nach Möglichkeit cif Tripolis bzw. Benghasi empfehlenswert. Fakturierung in €. Bei IHK (Industrie- und Handelskammern) liegen ausführliche „Hinweise zum Geschäft mit lib. Staatskunden“ vor, u. a. über „Ausschreibungsverfahren und -bedingungen, Preisstellung, Zahlungsbedingungen, Angebote, Steuern“ usw.

Ursprungsangaben

Besondere Ursprungs-Kennzeichnungsvorschriften für Waren bestehen nicht. Angaben auf den Waren und über die Waren müssen gemäß Libyschem Warenbezeichnungs-Gesetz der Wahrheit entsprechen. Angabe Ursprungsland auf der HR (Handelsrechnungen) .

Markierung / Etikettierung

handelsübliche Markierungsvorschriften in Arabisch. Besondere Etikettierungsvorschriften gelten u. a. für Nahrungsmittel, Pflanzenschutzmittel, Arzneimittel. Medikamente, die z. B. ausschließlich für Krankenhäuser bestimmt sind müssen auf der Verpackung die Kennzeichnung „Not for sale tot he public“ aufweisen.

Verpackung

Seefeste Verpackung. Hinweise auf vorsichtige Behandlung der Packstücke werden zweckmäßigerweise in arabischer Sprache angebracht. In der IHK (Industrie- und Handelskammern) können Beispiele in arabischer Übersetzung eingesehen werden

Warenmuster und -proben

Muster ohne Handelswert sind zollfrei. Warenmuster mit Handelswert können im Rahmen der vorübergehenden Einfuhr zollfrei zugelassen werden. Die Wiederausfuhrfrist beträgt dann 6 Monate. Bei einer Mitführung von Mustern kann die Zollverwaltung eine Sicherheitsleistung für den Zoll fordern. Aus diesem Grunde ist es zweckmäßig, eine Liste der Warenmuster in doppelter Ausfertigung zur Hinterlegung beim Zoll mitzunehmen.

Versand- und Begleitpapiere

Gilt Boykottverbot. Das hat als Konsequenz, dass die IHK (Industrie- und Handelskammern) Handelspapiere nicht mehr beglaubigen dürfen, wenn diskriminierende Formulierungen gewählt wurden. Auch der Ausweg über Notare, Landesgerichte oder Bundesverwaltungsamt ist ausgeschlossen. Es müssen danach positive Formulierungen gewählt werden. Diese Regelungen gelten nur für den Warenverkehr; für öffentliche Ausschreibungen wurde noch keine Regelung gefunden. Die Vorschriften über die konsularische Legalisierung unterliegen ständigen Änderungen. Dem Vernehmen nach werden Handelsrechungen und Ursprungszeugnisse nur noch gemeinsam konsularisch legalisiert. Sind Rechnungen in Dinar (LYD) aufgemacht, sollte der Umrechnungskurs erfragt werden. Postsendungen werden nicht akzeptiert.

a) Handelsrechnungen (4-fach):
Für die Verzollung sind unterschriebene Rechnungen in englischer Sprache mit allen handelsüblichen Angaben erforderlich. Das Ursprungsland ist anzugeben. Die cif-Kosten sind im Einzelnen aufzuführen. Faksimile-Unterschriften werden nicht akzeptiert. Die Rechnungen müssen von der Handelskammer bescheinigt sein. Eine original bescheinigte Kopie der Handelsrechnung sowie eine Fotokopie ist zusammen mit dem UZ (Ursprungszeugnisse) über die Chamber der Konsularabteilung der Botschaft einzureichen. Eine konsularisch legalisierte Rechnung ist generell nicht vorgeschrieben, wird aber in der Praxis verlangt.

b) Ursprungszeugnis 2fach für alle Waren erforderlich; Abs. Ursprungsland ist anzugeben; „Switzerland“ oder …………….. (European Union). Auf der Rückseite des UZ (Ursprungszeugnisse) ist folgende Erklärung abzugeben: „We hereby declare that the goods are of pure national origin of the exporting country and that the goods are manufactured by . . . (In case certain elements of a foreign origin having been incorporated into the comodity being exported from the exporting country the origin and proportion of such elements should be specified)’’ Die notwendige Legalisierung der UZ (Ursprungszeugnisse) durch die libyschen Botschaften oder anderen Stellen im Ausland wurden zum 24.01.2011 aufgehoben.

c) Herstellererklärungen auf Firmenbogen (1fach), wie folgt abzugeben: „We hereby declare that the goods stated in the attached Certificate of Origin, certified by the Chamber of Commerce . . . . . . . . . have been manufactured by the . . . . . . . . . .“ .

d) Pakete und Luftpostpakete bis 20 kg: 1 APK (Auslandspaketkarte) , 2 ZI (Zollinhaltserklärungen) engl./frz./arab.

e) Konnossemente unbeglaubigt.
Transporterklärungen Folgende Transporterklärungen sind mit dem § 4a AWV vereinbar (weitere Textvorschläge: IHK Industrie- und Handelskammern): „The undersigned does hereby declare on behalf of the owner, agent or master of the above named vessel/airplane that said vessel/airplane is not registered in Israel of owned by nationals or residents of Israel and will not call at or pass through any Israeli port enroute to . . . (z. B. Libyen).’’ Wir weisen noch darauf hin, dass derartige Transporterklärungen ausschließlich aus versicherungs technischen Gründen abgegeben werden dürfen bzw. um zu verhindern, dass die Waren auf dem See- oder Luftweg beschlagnahmt werden.