VEREINIGTE STAATEN VON AMERIKA (US)

Vereinigte Staaten von Amerika (US) Transporte und Spedition Dienstleistungen

USA

Hauptstadt
Washington D.C.

Einwohnerzahl
316.8 Mio. (est.)

Landessprache/n
Englisch, Spanisch

Währung
US Dollar (USD)

Bruttoinlandprodukt (BIP)
USD 16’237 Mrd. (est.)

BIP pro Einwohner
USD 51’248 (est.)

Schweizer Exporte
CHF 23’503 Mio.

Schweizer Importe
CHF 10’332 Mio.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

2014 exportierte die Schweiz Waren im Wert von 28,3 Milliarden CHF in die USA. Das Land ist mit Abstand die wichtigste Destination für schweizerische Direktinvestitionen im Ausland; der Kapitalbestand betrug zwischen 2012 und 2013, 204 Milliarden CHF, was 17,6% aller Schweizer Direktinvestitionen im Ausland entspricht. Aus Sicht der USA ist die Schweiz eine wichtige Destination für amerikanische Direktinvestoren und mit einem US-Kapitalbestand von 129,8 Milliarden USD das drittwichtigste Herkunftsland von ausländischen Direktinvestitionen in der Schweiz.

Der US-Markt bietet angesichts seiner Dynamik attraktive Bedingungen für Schweizer Firmen. Über 550 Schweizer Unternehmen haben sich in den Vereinigten Staaten niedergelassen und beschäftigten 2013 ca. 387’000 Angestellte.

Eine bilaterale Wirtschaftskommission sowie das «Trade and Investment Promotion Forum» setzten für die Stärkung der Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern ein.

Vertragliche Regelungen

Doppelbesteuerungsabkommen 19. Dezember 1997
Handelsabkommen USA und EAC (Kenia, Uganda, Tansania, Burundi, Ruanda).
Umsetzung des gemeinsamen Abkommens zur Anerkennung der Sicherheitssysteme (CTPAT und AEO) im Juli 2012.
Fortschreitende Verhandlungen zum transatlantischen Handelsabkommen (TTIP) mit der EU.
Anwendung Carnet A.T.A.

 

Geschäftssprache

Englisch.

 

Maße und Gewichte

Angelsächsisches System.

 

Zolltarif

Harmonisiertes System. Verzollung nach dem Transaktionswert.

 

Währung

Landeswährung US $ = 100 Cents (c).

ISO-Code: USD

 

Importkontrolle

Die USA haben die Ein- und Ausfuhrkontrollen im Rahmen der Anti-Terror-Kampagne verschärft. So beansprucht beispielsweise US-Exportkontrollrecht als einziges Recht weltweit extraterritoriale Wirkung.

Das Zollpartnerschaftsprogramm C-TPAT (Customs-Trade Partnership against Terrorism) ist eine freiwillige Sicherheitsinitiative. In der EU ist seit dem 31.01.2013 eine gegenseitige Anwendung der beiden Programme C-TPAT und dem europäischen Pendant des AEO wirksam. Seefrachtsendungen in die USA müssen von den Reedereien 24 Std. Vor Verladung im Abgangshafen bei der Zollbehörde CBP vorangemeldet werden. Die Container Security Initiative (CSI) sieht unter anderem eine .berprüfung der Container im Versandhafen vor. US-Zollbeamte sind in Bremerhaven, Hamburg und anderen Verschiffungshäfen in der EU stationiert. Die Initiative wird auch auf Luftfracht angewendet. Die Informationen zum Inhalt der Container müssen dem US-Zoll 4 Std. vor Eintreffen der Fracht vorliegen. (Airway Bill Nummer -IATA-, Flugnummer, Carrier, Startflughafen, Ankunftdatum, Zahl und Gesamtgewicht der Packstücke, Warenbeschreibung, Verlader- und Empfängername, Einfuhrgenehmigung, Zollstatus). Im Safe Port Act ist weiterhin (trotz massivem politischen und wirtschaftlichen Widerstand) vorgesehen zukünftig ein 100% Scanning aller Container vor Verladung durchzuführen. Von europäischen Postunternehmen werden Angaben über Empfänger und Absender verlangt.

Eine generelle Import- und Devisenkontrolle besteht nicht, allerdings bestehen für einige Waren Einfuhrkontingente (z. B. Nahrungsmittel, Textilerzeugnisse, Agrarwaren), für Weine und andere alkoholische Erzeugnisse wird eine “Import Liquor License” benötigt, Lizenzpflicht bzw. Lizenzpflichten bzw. Einfuhrverbote bestehen im Allgemeinen für die Einfuhr von Waren aus dem Iran, Kuba, Liberia, Myanmar, Nordkorea, Sudan und Syrien. Gemäß 1976 ergangener Entscheidung des obersten amerik. Bundesgerichts können amerik. Städte oder Gemeinden von Importeuren ausländischer Waren in Lagerhäusern eine Vermögenssteuer erheben. (Wichtig für Standortwahl.) Der Foreign Investment and National Security Act (FINSA 2007) ermächtigt den Präsidenten in letz- ter Instanz ausländische Investitionen abzulehnen. Daneben bestanden bereits vorab weitreichende Melde- und Anzeigepflichten ausländischer Investitionen ggü. CFIUS. (mehr Info über: www.ahk-usa.com).

Zum 01.04.2009 ist eine (zunächst) freiwillige Deklarationspflicht für Importeure pflanzlicher Vorprodukte in Kraft getreten. (zuständige Behörde:APHIS, www.aphis.usda.gov)

Zum 14.08.2008 ist der neue “Consumer Product and Safety Act Improvement Act 2008” in Kraft getreten. Insbesondere betroffen von der neuen “Import Safety Strategy” sind Spielzeuge, allerdings regelt der Act auch neue Pflichten für Hersteller, Zulieferer und Spediteure hinsichtlich der Vorlage von Konformitätszertifikaten bei der Einfuhr (mehr Info:www.ahk-usa.com).

Seit dem 27.01.2011 müssen vom Hersteller Konformitätszertifikate für Kunststofffolien aus Vinyl, Teppiche und Bekleidung beigebracht werden. Die 10+2 Sicherheitsinitiative (“10+2 security filings”) ist am 26.01.2009 in Kraft getreten. Damit sind Importeure und Spediteure/Frachtführer verpflichtet der US Zollbehörde elektronisch einen Datenkranz von zusätzlichen 10+2 Daten zu übermitteln. Zus. Info unter: http://www.cbp.gov/xp/cgov/trade/cargo_security/carriers/security_filing/ Strengere Vorgaben für Seespediteure (und je nach Lieferbedingung auch für dt. Lieferanten) durch das Importer Security Filling (ISF), welches der US-Zollverwaltung zu melden ist, ansonsten drohen seit dem 26.01.2010 Bußgelder. Die Einfuhr von gebrauchten Metallprodukten ist nur nach Vorlage einer Walzwerkbescheinigung möglich. Seit 01.10.2011 Erhöhung der Zollabfertigungsgebühren von 0,21% auf 0,3464% des fob-Wertes (bis 30.11.2015).

Die USA haben gegenüber dem Iran ein Vollembargo verhängt. Exporte und Reexporte aus Drittländern in den Iran die >10% US-Anteil (vereinfachte Darstellung) aufweisen, unterliegen einer zusätzlichen US-Genehmigungspflicht. Gegenwärtig sind nur Waren zu humanitären Hilfe (z. B. Nahrungsmittel und Medikamente) überhaupt genehmigungsfähig.

 

Zahlungsbedingungen und Angebote

Zahlungsbedingungen unterliegen der freien Vereinbarung.

Üblich sind je nach Bonität des Bestellers

  1. Zahlung gegen Dokumente,
  2. Zahlung 30 bis 90 Tage Sichttratte.

Unwiderrufliches Akkreditiv ist nicht allzu üblich.

Angebote in US $, möglichst cif US-Eingangshafen (fob-Preis besonders angeben) unter Angabe verbindlicher Liefertermine empfehlenswert. Angebots- und Prospektmaterial sollte in englischer Sprache abgefaßt sein. Bei der Angebotsabgabe USMaßeinheiten bevorzugt verwenden. Elektronische Unterschriften sind in den USA rechtskräftig.

 

Ursprungsangaben

Korrekte Ursprungsangaben (Ursprungsland) auf Waren und auf Kolli sind vorgeschrieben, „EU“ nicht anerkannt; in verschiedenen Fällen bedarf es auch der Angabe des Herstellers oder des Käufers in englischer Sprache (Auskunft bei den IKHn).

 

Markierung / Etikettierung

Nicht jede in Schweiz oder EU Länder hergestellte Ware kann nach US-Auffassung auch mit “Made in ………… ” etikettiert werden. Sehr eingehende Bestimmungen, auch wegen Etikettierung von Nahrungsmitteln, Arzneiwaren, Kosmetika, feuergefährl. Kleidungsstücken, Spielzeug, Schönheitspflegemitteln usw. Empfänger befragen.

 

Verpackung

Seeverpackung. Heu und Stroh als Verpackungsmittel nicht verwenden. Bei der Einfuhr von Paletten und anderen Holzverpackungen (auch Füllmaterial) muss der Exporteur ein Zertifikat vorlegen, dass die Verpackung frei von Pestiziden, Schadstoffen etc. ist (zudem auf der Außenverpackung Art des Innenpackmaterials angeben, sonst Öffnung durch Zoll wahrscheinlich). Gemäß des ISPM 15 Standards muss eingeführtes Verpackungsmaterial aus Holz, unabhängig vom Ursprungsland, entsprechend der im ISPM festgelegten Kriterien behandelt und gekennzeichnet sein. Einfuhr unbehandelter Verpackungshölzer verboten. Bei schweren Verstößen kann die Ware beschlagnahmt und evtl. Vernichtet werden. Seefrachtcontainer sind mit einer Hochsicherheitsplombe zu versiegeln (ISO/PAS 17712 Standard).

 

Warenmuster und -proben

Muster ohne Handelswert oder Muster, die nur als solche verwendbar sind oder deren Wert US $ 1,– nicht übersteigt, sind von den Eingangsabgaben befreit.

Die Zollbefreiung für Muster und Proben von Tabakerzeugnissen und alkoholischen Getränken ist beschränkt auf Sendungen, die für einschlägige Handelsunternehmen eingehen. Diese dürfen in einem Vierteljahr nur ein Muster eines Erzeugnisses zollfrei einführen, und keine Mustersendung darf mehr enthalten als 3 Zigarren, 3 Zigaretten, 1/8 Unze Tabak, 1/8 Unze Schnupftabak, 3 Zigaretten- Hülsen, 25 Blatt Zigarettenpapier, 8 Unzen Bier, 4 Unzen Wein oder 2 Unzen eines anderen alkoholischen Getränkes. Die Inanspruchnahme des Carnet-A.T.A.-Verfahrens ist ratsam. (US-Zoll verlangt Carnets in englischer Sprache.) Nicht gültig für Messe- und Ausstellungsgut.

 

Versand- und Begleitpapiere

Jede Rechnung darf nicht mehr als eine einzelne Sendung auf einem Schiff oder anderem Transportmittel von einem Absender an einen Empfänger enthalten. Jede Rechnung soll den über den Vorgang informierten, verantwortlichen Angestellten des Exporteurs aufweisen. Bei Warensendungen bis zu US$ 2500 (informal entries) erfolgt die Zollabfertigung aufgrund der vorgelegten Rechnung. Übliche, sowie

a) Handelsrechnungen (4-fach), in Englisch, unbeglaubigt, ohne Unterschrift. Übliche Angaben, auch Angabe des Verschiffungs- und Einfuhrortes sowie Absenderdatum und HS (Harmonisiertes System) Ursprungsland ……. bezeichnen. Genaue Angaben in vom Einführer abzugebender Einfuhrerklärung über zusätzliche Preisinformationen bezüglich einzelner cif-Kosten. Mit Importeur abstimmen, vgl. a). Wenn zutreffend: deutliche Erklärung: „Transaction between not related parties.“

b) Besondere Sonder-Zollfakturen für:
– Baumwollwaren, Baumwoll- und Leinengewebe
– Customs Form 5519
– Schuhzeug – Interim Footwear Invoice – Customs Form 5523
– Stahlwaren – Customs Form 5520 (SSSI = Special Summary Steel Invoice – 2fach) für besondere Stahlwaren mit Wert über US $10000.
Instructions for Preparation of Special Summary Steel Invoice liegen den Kammern vor. Der HR (Handelsrechnungen)  ist eine Packliste beizufügen, die genau auszufüllen ist, so dass der Zoll die Ladung überprüfen kann.
Zahlreiche Sonderbestimmungen für Lebensmittel, Textilien, Elektroartikel etc. sind zu beachten (IHK (Industrie- und Handelskammern) , Fachverbände).

c) Ursprungszeugnis allgemein nicht erforderlich; es genügt der genaue Ursprungsvermerk in den Zollfakturen. Ursprungszeugnis für deutsche Weine notwendig; IHK (Industrie- und Handelskammern) befragen, da Sonderbestimmungen (z. B. Wein).

d) Konnossemente bedürfen keiner Beglaubigung.

e) Für Postpakete 31,5 kg, für Geschäftskunden mit Vertrag 30 kg: 1 APK (Auslandspaketkarte) , 1 Zl engl, 1 HR (Handelsrechnungen); In Postpakete keine Briefe einlegen, sonst doppelte Gebühr. Kleber „Mit Luftpost“ auf APK (Auslandspaketkarte) . Luftfracht/Schiff: wie a)–c). Für Postpakete und Luftfrachtsendungen unter US $ 2.000 bestehen Erleichterungen bei der Verzollung.