INDIEN

Indien Transporte und Spedition Dienstleistungen

India

Hauptstadt
Neu Delhi

Einwohnerzahl
1,25 Mrd.

Landessprache/n
Hindi, Englisch

Währung
Indische Rupie (INR)

Bruttoinlandprodukt (BIP)
USD 1’876 Mrd.

BIP pro Einwohner
USD 1’499

Schweizer Exporte
CHF 1’742 Mio

Schweizer Importe
CHF 1’615 Mio.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Vom 15. bis 17. Mai 2015 hat Bundesrat Johann Schneider-Ammann, der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF), Indien besucht. Für einen Austausch in Wirtschaftsfragen trifft sich die Gemischte Wirtschaftskommission der beiden Länder regelmässig, zuletzt am 14. Mai 2015 in Delhi. Das Staatssekretariat für Internationale Finanzfragen (SIF) lancierte 2012 mit dem indischen Finanzministerium einen bilateralen Finanzdialog. Die Europäische Freihandelsassoziation (European Free Trade Association, EFTA) und Indien verhandeln seit 2008 über ein umfassendes Freihandelsabkommen.

Die Exporte nach Indien sind von knapp 3 Milliarden CHF im Jahre 2011 auf rund 1,7 Milliarden CHF per Ende 2014 (prov. Zahlen) gesunken, die Importe um knapp 24% auf rund 1,6 Milliarden CHF gestiegen. Die Schweiz gehört zu den zehn grössten Investoren in Indien, der Kapitalbestand Schweizer Direktinvestitionen in Indien belief sich gemäss Schweizerischer Nationalbank (SNB) Ende 2013 auf 6,82 Milliarden CHF. Über 200 Schweizer Firmen sind mit Joint-Ventures oder eigenen Zweigniederlassungen in Indien präsent. Der durch Schweizer Direktinvestitionen in Indien geschaffene Personalbestand betrug Ende 2013 knapp über 100’000 Personen.

 

Vertragliche Regelungen

Indien – EU: In allgemeine autonome Zollpräferenzen einbezogen.

Anwendung des Carnet A.T.A.

Textilabkommen.

Doppelbesteuerungsabkommen vom 19.06.1995, BGBl. II, 1996, S. 706.

Investitionsschutzabkommen.

 

Geschäftssprache

Englisch.

 

Maße und Gewichte

Metrisches System. (Indische und britische Systeme noch gebräuchlich.)

 

Zolltarif

Harmonisiertes System; Verzollung nach dem Transaktionswert.

 

Währung

Landeswährung Indische Rupie (iR) = 100 Paise (P.).

ISO-Code: INR

 

Importkontrolle

Waren dürfen nur über die in der indischen Zollgesetzgebung vorgeschriebenen Zollstraßen, Zollhäfen bzw. Zollflughäfen in das indische Zollgebiet verbracht werden. Indien hat einen „Import Export Code (IEC) eingeführt, der auf allen Dokumenten anzugeben ist. Dieser kann vom indischen Importeur genannt werden, der grds zur Zollanmeldung von Waren beim Directorate General of Foreign Trade (DGFT) mit einem Import Export code registriert sein muss. Die Einfuhr ist weitgehend liberalisiert. Außer für die in der sog. „Negative List of Imports“ erwähnten Waren, sind Einfuhrlizenzen nur noch selten erforderlich. Die „Negative List of Imports“ ist in drei Abschnitte gegliedert:

1.) Prohibited Items (absolutes Einfuhrverbot): u. a. Fette, Öle und Talge tierischer Herkunft mit wenigen Ausnahmen, Tee und Bienen.

2.) Restricted Items (Importlizenzen erforderlich): hierfür benötigt man die Genehmigung der übergeordneten Behörde, bevor die Importlizenz erteilt wird (z.B. Medikamente durch die Gesundheitsbehörde).

3.) Canalised Items (begrenzte Importmöglichkeiten; Überwachung und Kontrolle der Einfuhr durch bestimmte, meist staatliche, Handelsorganisationen; Importlizenzen erforderlich): einige Petroleumerzeugnisse und Benzin, verschiedene Kunstdünger, bestimmte Öle pflanzlicher Herkunft für Ernährungs- und andere Zwecke, einige Ölsaaten, Reis und Getreide (ausgenommen Mais für Futterzwecke), einige Gewürze (z.B. Nelken, Zimt, Lorbeerblätter).

Es gibt einige Waren außerhalb der „Negative List of Imports“, die ebenfalls nur mit einer Einfuhrlizenz importiert werden dürfen. Darunter u. a. Kraftfahrzeuge, Schiffe, Spirituosen, Tabakwaren, Zeitungspapier sowie Saaten und Samen von Hülsenfrüchten.

Es wird empfohlen, im Zweifelsfall Rücksprache mit dem indischen Importeur zu halten.

Bei Chemikalien sollte stets mit dem indischen Importeur Rücksprache gehalten werden, da einige Chemikalien nicht, oder nur beschränkt, importiert werden dürfen, oder Sonderregelungen unterliegen.

Ein partielles Embargo besteht für Waren aus dem Irak und Libyen.

Die Gültigkeitsdauer für Lizenzen beträgt 24 Monate. Für sogenannte „Project Imports“ kann die Gültigkeitsdauer der Importlizenz bis zu 36 Monate betragen. Die Verschiffung der Waren darf nicht vor Beginn und nicht nach Ablauf der Gültigkeitsdauer der Einfuhrlizenzen erfolgen. Die Waren sind innerhalb von 45 Tagen nach der Entladung anzumelden.

Grundsätzlich werden bei der Einfuhr drei Abgaben erhoben: der Regelzoll (basic customs duty) mit Wertzollsätzen in % vom Zollwert, Einfuhrnebenabgaben (Additional Duties of Customs, z.B. Central Excise Duty) von dem um den Zollbetrag erhöhten Zollwert.

Umsatzsteuerregelsatz 12% bis 15%

Die indische Regierung hat die volle Konvertierbarkeit der indischen Rupie bisher nur für den Außenhandelsverkehr eingeführt (nur für Geschäftstransaktionen). Die Ein- und Ausfuhr indischer Rupiennoten und -münzen ist grundsätzlich verboten. Import ausländischer Zahlungmittel ist in unbeschränkter Höhe zulässig. Valuta dürfen nur bei staatl. anerkannten Stellen ausgetauscht werden.

Staatliche Ausfuhrgarantien für kurzfristige Geschäfte mit Kreditlaufzeiten von max. 360 Tagen Laufzeit.

 

Zertifizierung

ISO-Zertifizierung gefragt, auf Erfüllung der BISNorm (Bureau of Indian Standards) wird im Inlandsmarkt großer Wert gelegt. Ggf. müssen zusätzlichen Normen LCSO (militärische Zwecke) oder CACT (Telekommunikation) erfüllt sein.

 

Zahlungsbedingungen und Angebote

Lieferungen sollten nur gegen Stellung eines unwiderruflichen, von einer deutschen Bank bestätigten

Akkreditivs erfolgen. Zahlung Kasse gegen Dokumente (D/P) oder Kreditbrief nach Möglichkeit vermeiden. Bei Lieferung von Kapitalgütern u. U. auch Teil-Vorauszahlung möglich. €-Fakturierung. Preiserstellung idR in USD/ EUR auf cif/ fob Basis.

Alle Unterlagen in engl. Sprache mit ausführlichen Fachinformationen. Offerten sollten immer 10- bis 12-fach (incl. Anlagen) abgegeben werden.

 

Ursprungsangaben

Allgemein müssen alle aus der BR Deutschland stammenden Waren eine Herkunftsbezeichnung tragen, die, wenn es die Größe und Beschaffenheit der Ware erlaubt, auf der Ware selbst, sonst auf der Verpackung der Ware angebracht sein muss.

 

Markierung / Etikettierung

Es empfiehlt sich, die Markierung mit „Made in ………… “ in jedem Falle auf den Kisten, Etiketten u.ä. und der Ware selbst anzubringen. Markierungen sollten gut sichtbar angebracht werden. Besondere Etikettierungsvorschriften gelten für Nahrungsmittel, Elektronikartikel, Informationstechnologie.

Nähere Informationen bieten die zuständigen Behörden. Genaue Auskunft bei IHK (Industrie- und Handelskammern) einholen sowie Anweisungen des Importeurs anfordern.

 

Verpackung

Stoßfeste Verpackung; Anwendung des IPPC-Standard

ISPM Nr. 15.

 

Warenmuster und -proben

Warenmuster können bis zu einem Wert von 10.000 INR abgabenfrei eingeführt werden. Eine Musterkennzeichnung ist erforderlich und diese Waren sind als Postsendung oder durch Kurierservice per Luftfracht zu versenden. Für unentgeltliche Warenmuster, die zum Zweck der Anbahnung eines indischen Exportgeschäftes eingeführt werden sollen, gilt eine Freigrenze von 100.000 INR oder 15 Einheiten. Versendungsform wie oben erwähnt. Anwendung des Carnet A.T.A. für Messe- und Ausstellungen möglich. Zur Beschleunigung der Abfertigung dieses Verfahrens wird empfohlen, das Carnet vorab an den in Indien bürgenden Verband FICCI zu senden (Fax: 0091 11 3320714) Sofern möglich indische Einfuhrzollstelle angeben.

 

Versand- und Begleitpapiere

Indien hat einen „Import Export Code (IEC)“ eingeführt, der auf allen Dokumenten anzugeben ist. Die Code-Nummer muss vom indischen Importeur angefordert werden. Übliche, sowie

a) HR (Handelsrechnungen) (3-fach) in Englisch mit üblichen Angaben; cif- Wert und cif-Kosten sind anzugeben; Angabe der Importlizenznummer und Ursprungsland. Erklärung ratsam: „We declare that the invoice shows the actual price oft he goods described and that all particulars are true and correct.“

b) UZ (Ursprungszeugnisse) sind im Allgemeinen erforderlich. Ursprung ist anzugeben: „Switzerland“ oder  „…………….. (European Union)“ oder nur „European Union“,

c) Konnossemente ohne Beglaubigung. Order Konnossemente bei Angabe einer Notify-Adresse möglich.

d) Postpakete bis 20 kg (nach Bhutan nur 10 kg): 1 APK (Auslandspaketkarte) , 1 ZI (Zollinhaltserklärungen) engl., 1 HR (Handelsrechnungen) in Paket legen, 2 HR (Handelsrechnungen) Empfänger senden.

e) Packliste (in engl. Sprache), wenn Sendung aus mehreren Kisten besteht, aus welcher der Inhalt jeder Kiste ersichtlich ist.

f) Beglaubigungsgebühren, falls Beglaubigung durch Botschaft nötig, bei Einreichung in bar/ Scheck beilegen (Höhe bei IHK (Industrie- und Handelskammern) erfragen).