IRAN

Iran Transporte und Spedition Dienstleistungen

Iran

Hauptstadt
Teheran

Einwohnerzahl
78.4 Mio.

Landessprache/n
59% Farsi und persische Dialekte, 26% Türkische Idiome (Aseri, Turkmenisch), 7% Kurdisch, 3% Arabisch, 2% Luri, 2% Belutschisch, sonstige 1%

Währung
Iranischer Rial (IRR)

Bruttoinlandprodukt (BIP)
USD 402,7 Mia.

BIP pro Einwohner
USD 5’164,9

Schweizer Exporte
CHF 367,21 Mio.

Schweizer Importe
CHF 30 Mio.

Geschäftssprachen

Persisch, Englisch.

 

Maße und Gewichte

Metrisches System. Im Energiesektor auch noch angelsächsisches System.

 

Zolltarif

Harmonisiertes System.

 

Währung

Landeswährung Rial (Rl.) = 100 Dinars (D.).
ISO-Code: IRR

 

Importkontrolle

Handelsgeschäfte mit dem Iran unterliegen umfangreichen EU-Sanktionsmaßnahmen. Es besteht ein Waffenembargo, Lieferbeschränkungen- und Verbote (u.a. für Dual-use-Waren, Schlüsselausrüstung – Erdöl- und Erdgasindustrie, Marinetechnologie, Software-, Edelmetalle etc.), Dienstleistungs- und Investitionsverbote sowie Finanzsanktionen. Seit Einigung der E3+3-Staaten (Vereinigtes Königreich, Frankreich, Deutschland, Vereinigte Staaten, Russland und China) Gespräche mit dem Iran in Bezug auf das Atomprogramm wurden diverse Sanktionslockerungen vereinbart und zunächst bis zum 30. Juni 2015 ausgesetzt. Nähere Informationen dazu bietet das BAFA.
Der iranische „Export-Import Regulation Act“ unterscheidet zwischen drei Kategorien (1. zulässige, 2. einfuhrbeschränkte und 3. einfuhrverbotene Güter).
Für die Kategorie 2 ist grundsätzlich eine Lizenz durch das MIMT (Ministry of Industry, Mines and Trade) erforderlich. Medizinprodukte, Pharmazeutika und Nahrungsmittel unterliegen zusätzlich einer Registrierungspflicht. Zur Beantragung einer Importlizenz ist die Proforma-Rechnung notwendig, die alle handelsüblichen Angaben aufweisen sollte. Am Schluss ist die Erklärung (Affidavit) „It is hereby certified that this invoice shows the actual price of the goods described, that no other invoice has been or will be issued and that all particulars are true and correct“ aufzunehmen (unterschrieben und bescheinigt durch die IHK Industrie- und Handelskammern). Importverbote (Kategorie 3) bestehen für Schweine und Produkte daraus, Alkohol, bestimmte Pflanzenprodukte und Waren aus Israel.
Für Einfuhren ab einem Wert von über 20.000 USD ist eine generelle Vorversandkontrolle vorgeschrieben, die i.d.R. im Versandland durchgeführt wird. Bei Einfuhr für Eisen- und Stahlwaren (WTN 7306 bis 7340) aus bestimmten Ursprungsländern (u.a. DE, NL, IT, FR etc.), ist ausschließlich die „Industrial and Engineering Inspection Co.“ für die Inspektion zuständig. (Näheres unter Punkt“ Pre-Shipment)
Umsatzsteuerregelsatz: 8%

 

Pre-Shipment-Inspektion

Für Importe sind i.d.R. Vorversandkontrollen notwendig. .berprüft werden Qualität und Menge, Preis, Zollwert und Importeignung.
Die im Zusammenhang mit dem WTO-Übereinkommen über Kontrollen vor dem Versand (SR 0.632.20, Anhang 1A.10) erlassene Verordnung vom 17. Mai 1995 über die Durchführung von Ver-sandkontrollen (SR 946.202.8) regelt Zulassung, Durchführung und Überwachung solcher Kontrollen (v.a. Überprüfung der Qualität, der Menge und des Preises) im Auftrag ausländischer Staaten durch spezialisierte Inspektionsgesellschaften in der Schweiz. Diese Gesellschaften benötigen pro Auftrags-land eine Bewilligung des WBF.
Zurzeit verfügen vier Inspektionsgesellschaften über solche Bewilligungen. Es sind dies Bureau Veritas Switzerland AG in Weinigen (Bureau Veritas), Cotecna Inspection SA in Genf (Cotecna), Intertek (Schweiz) AG in Basel (Intertek) und SGS Société Générale de Surveillance SA in Genf (SGS).

 

Zahlungsbedingungen und Angebote

In allen Fällen Banken konsultieren.
€-Fakturierung üblich. Basis fob oder c & f. Lieferung.
Zahlungsbedingungen richten sich nach den Vorgaben der Zentralbank oder des Fachministeriums.
Alle Angebote und Schreiben sollten in englischer Sprache gefaßt sein. Die Bezahlung erfolgt i. d. R. durch ein unbestätigtes, unwiderrufliches Akkreditiv einer iranischen Bank. Eine Bezahlung durch Wechsel bzw. außerhalb des iranischen Bankensystems ist ebenfalls möglich.
Das Versanddatum darf nicht vor dem Datum der Akkreditiv-Eröffnung liegen. Der Wortlaut des Akkreditiv ist genauestens zu prüfen, da eine Akkreditivänderung sehr aufwendig ist. Die Akkreditivbestimmungen werden sehr eng ausgelegt, eine
Abstimmung mit der avisierten Bank ist zu empfehlen.
Ein Teil der Importe wird nicht über Akkreditive abgewickelt, sondern über Vorauszahlungen.

 

Ursprungsangaben

nur vorgeschrieben, wenn Waren oder Umschließungen irgendwelche Bezeichnungen tragen, aus denen geschlossen werden könnte, dass sie im Iran hergestellt sind. Dann Markierung mit „Made in ………… “, falls zutreffend. Angabe Ursprungsland in der HR (Handelsrechnungen) erforderlich.

 

Markierung / Etikettierung

zur handelsüblichen Markierung zusätzlich aufnehmen (Absender, Empfänger, Gewicht, „Made in…“, Order- oder Akkreditivnummer). Auf die äußere Verpackung sollte die Reg.-Nr. des iranischen Vertreters und die Produktbezeichnung aufgenommen werden. Besondere Etikettierungsvorschriften bestehen u.a. für Nahrungsmittel, Pharmazeutika, Kosmetik, Chemikalien, medizinische Hilfsmittel und Elektrowaren.

 

Verpackung

Seeverpackung. Kisten möglichst nicht schwerer als 40–90 kg. Holzverpackungen aller Art müssen gegen den Befall von Schädlingen chemisch oder mechanisch behandelt werden. Eine Verpackung in Heu und Stroh ist gestattet, wenn es sich um sterilisiertes Material handelt.
Anwendung des IPPC-Standard ISPM Nr. 15.

 

Warenmuster und -proben

Für Warenmuster mit Handelswert ist eine Sicherheitsleistung erforderlich.
Muster ohne Handelswert werden bis RI. 20.000,– zollfrei zugelassen. Die Einstufung einer Ware als zollfreies Muster liegt im Ermessen des Zollbeamten. Prospekte und Kataloge sind als Ware mit Angabe eines Zollwertes zu deklarieren (Proforma-Rechnung beizufügen). Carnet-A.T.A-Verfahren gültig.

 

Versand- und Begleitpapiere

Das Versendungsdatum auf den Papieren darf nicht vor dem der Akkreditiveröffnung liegen.

Alle Frachtpapiere und Dokumente des Exporteurs müssen die Register-Nr. enthalten, andernfalls kann keine Verzollung stattfinden. Bezeichnung „Arabian Gulf“ vermeiden, wenn Golf-Bezeichnung nötig, dann „Persian Gulf“.

a) Handelsrechnungen 2-fach in engl. Sprache mit allen handelsüblichen Angaben, Handelsrechnung, u. a. Ursprungsland und der besonderen Erklärung: „We hereby certify that the prices stated in this invoice are the current export market prices for the merchandise described therein and we accept full responsibility for any inaccuracy or errors therein.’’ Falls dies nicht zutrifft: „We confirm that the prices stated in this invoice are true and correct and are representing the amount payable for the mentioned goods and that no further goods and no further payments cash or otherwise, nor special discounts were agreed, except such mentioned in this invoice. We accept full responsibility for this statement.’’ Beglaubigung durch IHK (Industrie- und Handelskammern) und Legalisierung durch Konsulat.

Dokumente, die von einem Notar beglaubigt werden, müssen anschließend von zuständigen Landesgerichtspräsidenten überbeglaubigt sein. Wegen Beglaubigung von Proformarechnungen vgl. Abschnitt „Importkontrolle“.

Die Transportversicherung muss durch eine iranische Gesellschaft abgeschlossen werden.

b) Ursprungszeugnisse engl. Als Ursprungsland, falls zutreffend:“Switzerland“, oder  „……………….. (European Union)’’, nur „European Union’’ wird nicht anerkannt. Konsularische Legalisierung anschließend möglich, nicht zwingend.

c) Konnossemente unbeglaubigt, notify Adresse und Akkreditivnummer sind anzugeben.

d) Packliste

e) Inspektionszertifikat können erforderlich sein, es empfiehlt sich Vorabsprache mit dem Importeur, i.d.R. auch im Akkreditiv festgelegt.

f) Postpakete bis 31,5 kg: 1 APK (Auslandspaketkarte) , 2 Zl frz. Oder engl., 1 HR (Handelsrechnungen) wie d) 2 UZ (Ursprungszeugnisse) . Luftpostpakete bis 20 kg: 1 APK (Auslandspaketkarte) mit „Luftpost“-Kleber, 2 Zl frz. Oder engl., 3 HR (Handelsrechnungen) Luftfracht: 3 HR (Handelsrechnungen) , wie d) 2 UZ (Ursprungszeugnisse) .

g) Gebühren sind vor Legalisierung per Verrechnungsscheck oder in bar/Überweisung zugunsten des legalisierenden Generalkonsulats in Hamburg auf das Konto des Generalkonsulats der Islamischen Republik Iran in Hamburg, IBAN: DE41 2005 0550 1481 1308 03 bei der Hamburger Sparkasse (BIC: HASPDEHHXXX) einzuzahlen. Eine bankquittierte Original-Durchschrift des Zahlungsbeleges ist mit den Dokumenten einzureichen, ebenso ist ein frankierter C4-Freiumschlag beizufügen