SAUDI-ARABIEN

Saudi-Arabien Transporte und Spedition Dienstleistungen

Saudi-Arabien

Hauptstadt
Riad

Einwohnerzahl
30.8 Mio.

Landessprache/n
Arabisch

Währung
Saudi-Rial (SAR)

Bruttoinlandprodukt (BIP)
USD 805.2 Mrd.

BIP pro Einwohner
USD 25’778

Schweizer Exporte
CHF 4’586.5 Mio.

Schweizer Importe
CHF 168 Mio.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

Wirtschaftlich birgt Saudi-Arabien für die Schweiz ein grosses Potenzial, einerseits wegen der Grösse seines Markts (die Schweiz exportiert v.a. Uhren, Maschinen und Pharmaprodukte), andererseits wegen der Investitionsbedingungen, die gemäss den Informationen internationaler Institutionen seit dem Beitritt des Landes zur WTO (2005) und tiefgreifenden internen Reformen im Vergleich sehr günstig sind. Im Moment ist Saudi-Arabien der zweitwichtigste Handelspartner der Schweiz im Nahen Osten (nach den Vereinigten Arabischen Emiraten).

Die beiden Länder sind bemüht, die Rahmenbedingungen für den Handelsaustausch zu verbessern. Dies hat zum Abschluss von bilateralen Abkommen über die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Investitionen (Unterzeichnung 1.4.2006, Inkrafttreten 9.8.2008) und über den Luftverkehr (Unterzeichnung 4.7.2009, Ratifizierung im Gang) geführt. Im Dezember 2010 begannen die Verhandlungen über den Abschluss eines Doppelbesteuerungsabkommens.

Ausserdem haben die Schweiz und Saudi-Arabien gemeinsam mit den andern Mitgliedstaaten der Europäischen Freihandelsassoziation und des Golfkooperationsrats am 22.6.2009 ein Freihandelsabkommen unterzeichnet (die Ratifizierung durch Saudi-Arabien ist erfolgt; Zur Inkrafttreten fehlt noch die Ratifizierung eines anderen Golfstaates).

 

Vertragliche Regelungen

Mitglied der ARABISCHEN LIGA und des Gulf Cooperation Council (GCC- Zollunion vgl. Teil A, 12).
Beitritt zum UNIDROIT (int. Org. zur Vereinheitlichung von Zivil- und Handelsrecht)

 

Geschäftssprachen

Arabisch, Englisch.
Ausländische Unternehmen sowie deren Niederlassungen in Saudi-Arabien müssen bei Korrespondenz mit staatlichen Stellen die arabische Sprache verwenden. Wie lange Englisch noch akzeptiert wird, ist fraglich. Mit Sanktionen ist zu rechnen.

 

Maße und Gewichte

Metrisches System.

 

Zolltarif

Harmonisiertes System, Verzollung nach dem Transaktionswert (GCC-Basis)

 

Währung

Landeswährung Saudi-Riyal (S.RI.) = 100 Halalah

 

Importkontrolle

Die Regelung erfolgt nach: 1.) einfuhrverbotenen Waren, 2.) einfuhrbeschränkten Waren, die nur mit einer Einfuhrlizenz eingeführt werden dürfen und 3.) frei einzuführenden Waren. Für einige Waren, wie z.B. lebende Tiere und diverse Produkte tierischen Ursprungs, Waffen, Munition, Chemikalien, Dattelpalmen und deren Saat, wird jedoch eine Einfuhrlizenz benötigt. Ein Einfuhrverbot besteht z.B. für alkoholische Getränke, lebende Schweine und Schweinefleischprodukte, pornografische Artikel und Waren aus Israel. Fleisch und Geflügel dürfen nur noch von Tieren eingeführt werden, die nach der Shariya-Methode geschlachtet sind; die Sendung muss von einem „Halal Certificate“ begleitet sein. Besondere Bestimmungen für Gefrierfleisch sowie eine Vielzahl anderer Waren IHK (Industrie- und Handelskammern) befragen. Pharmazeutischen Produkten und Medikamenten müssen registriert sein.

Importverbot für genmanipulierte Lebensmittel und Zusatzstoffe, ausgenommen: Speiseöl aus Sojabohnen, Mais und Raps. Ein Gesundheitszertifikat ist außerdem erforderlich, dass die übrigen Lebensmittel nicht genmanipuliert sind.

Importeure müssen im saudischen Handelsregister eingetragen sein. Ausländische Unternehmen, die mit saudischen staatlichen Institutionen in Vertragsbeziehungen treten wollen (Contractorfirmen), sind verpflichtet, einen saudiarabischen Vertreter zu ernennen, der sich ordnungsgemäß im Handelsvertreterregister eintragen lassen muss. Contractorfirmen müssen weitreichende Zusatzdokumente und Bescheinigungen beibringen. IHK (Industrie- und Handelskammern) oder Fachverbände befragen.

Keine Devisenschwierigkeiten, ausgenommen Überweisungen von und nach Israel sowie Überweisung von Ausländern ab 100.000 SAR werden an die SAMA gemeldet, in der Praxis dürfen jedoch max. 60.000 SAR (oder Äquivalent) eingeführt werden.
Bindung SAR an den USD.

“Harbour- and Service Charges”: 10 % des Zollbetrages.

Keine Umsatzsteuer.

 

Pre Shipment Inspektion

Importeure der betroffenen Waren haben ein „Certificate of Conformity“ (COC) pro Ursprungsland einer Exportsendung beizubringen, welches nach erfolgter Vorversandkontrolle durch eine akkreditierte Stelle auszustellen ist. Einzelheiten sind bei den mit der Zertifizierung beauftragten Unternehmen zu erfragen. Zurzeit verfügen vier Inspektionsgesellschaften über solche Bewilligungen. Es sind Bureau Veritas Switzerland AG in Weinigen (Bureau Veritas), Cotecna Inspection SA (Cotecna) in Genf, Intertek (Schweiz) AG in Basel (Intertek) und SGS Société Générale de Surveillance SA (SGS) in Genf.
link Inspektionsgesellschaften

 

Zahlungsbedingungen und Angebote

Lieferung gegen unwiderrufliches, bestätigtes Akkreditiv ist die Regel, nur in Ausnahmefällen Kasse gegen Dokumente (D/P) empfehlenswert. Angebote in US $, €, cif-Preise. Nennung verbindlicher Lieferfristen empfehlenswert.

Staatliche saudiarabische Stellen sollen Liefer- oder Leistungsverträge mit ausländischen Unternehmen in Zukunft nach Möglichkeit auf Saudi-Riyal-Basis abschließen. Sofern sich jedoch die Notwendigkeit ergibt, die Zahlung in einer ausländischen Währung zu akzeptieren, soll sie ohne Angabe einer Parität zum Saudi-Riyal in den Vertrag aufgenommen werden.

Staatliche Exportkreditgarantien sind ohne formelle Beschränkung möglich.

 

Ursprungsangaben

Grundsätzlich sind alle Einfuhrwaren mit nicht entfernbaren Ursprungsmarkierungen zu versehen. Die Kennzeichnung soll gut lesbar und dauerhaft mit der Ware verbunden sein. Sie kann durch Druck, Gravur oder Pressung erfolgen und ist grundsätzlich an der Ware selbst anzubringen. Nur im Ausnahmefall und nur wenn ein Anbringen der Kennzeichnung auf Grund der Größe oder Beschaffenheit der Ware, wie z. B. bei Schrauben, Kleinteilen und Lebensmitteln nicht möglich ist, ist das Anbringen der Markierung auf der Verpackung zulässig. Die Kennzeichnung ist dann auf der kleinsten Verpackungseinheit vorzunehmen. Die Angaben auf den Waren müssen mit denen auf den Importpapieren identisch sein. Etiketten von Textilien müssen eingenäht sein und die Ursprungsangabe sowie die Pflegekennzeichnung anzeigen. Die Kennzeichnung der Textilien kann grundsätzlich in Englisch und/ oder Arabisch erfolgen.

 

Verpackung

Die Verpackung sollte widerstandsfähig und den klimatischen Bedingungen angepasst sein. Heu und Stroh werden zugelassen, jedoch unterliegen sie einer phytosanitären Kontrolle. Auf der Verpackung ist außerdem das Ursprungsland anzugeben. Bei der Einfuhr von Holzverpackungen werden Pflanzenschutzzeugnisse verlangt. Die Packstücke sind mit Angaben zum Hersteller und Empfänger, zur Ware, zum Ursprungsland und zum Bestimmungsort zu kennzeichnen. Alle Angaben der Markierung müssen mit den Angaben der Dokumente, insbesondere der Ursprungszeugnisse übereinstimmen. Zerbrechliche oder besonders zu behandelnde Waren sollten zusätzlich mit einer Kennzeichnung zur Behandlung der Waren, zweckmäßigerweise in arabischer Sprache, versehen werden. Der Transport bestimmter Waren in Containern ist untersagt IHK (Industrie- und Handelskammern).

 

Versand- und Begleitpapiere

Beachte: Verbot zur Abgabe von Boykotterklärungen

a) HR (Handelsrechnungen) , mind. 2-fach in englischer Sprache mit allen handelsüblichen Angaben wie genaue spezifizierte Warenbezeichnung (sehr strikt), Brutto-Netto-Gewicht, Verkaufswert, Ursprungslandes (“Land”) sowie der Name des Schiffes und dessen Abgangsdatum.

Teilweise fordern Zollbehörden: Original-Frachtrechnung des Frachtführers/Verfrachters und die Original-Rechnung des Versicherers cif-Preise auf Basis cif-Djidda bzw. cif-Dammam bei getrennter Ausweisung der Fracht- bzw. Versicherung Besteht die HR (Handelsrechnungen) aus 2 oder mehr Seiten, ist die Endsumme der Rechnung auf der letzten Seite aufzuführen bzw. zu wiederholen.

Bei Kfz-Lieferungen zusätzlich technische Daten IHK (Industrie- und Handelskammern) -Auskünfte.

Rechtsverbindliche Unterschrift des Ausführers.

Gegebenenfalls verlangt der Importeur eine zusätzliche Herstellererklärung (am Schluss der Rechnung): The goods are manufactured by . . . . . .“ (Name und vollständige Adresse)” und ggf. zus. Beglaubigung durch IHK (Industrie- und Handelskammern) (Einreichung 2-fach), anschließend konsularische Legalisierung. (Die Zahl der konsularisch zu legalisierenden Rechnungen richtet sich nach der Anweisung des Importeurs.). Erklärungen im Zusammenhang mit dem Israel- Boykott der Arabischen Liga werden von der IHK (Industrie- und Handelskammern) nicht beglaubigt.

b) UZ (Ursprungszeugnisse) , 2-fach für alle Waren. Feld 4 des UZ (Ursprungszeugnisse) stets füllen. Ursprungsland: „Land (European Union)“, nur “European Union” wird nicht anerkannt.

Ursprungserklärung (Rückseite UZ (Ursprungszeugnisse) ). „We hereby declare that the mentioned merchandise is being exported on our own account. The goods are of pure „country name“ origin.“ Evtl. ergänzt durch: „We certify that the goods are manufactured by . . . “ Stammt die Ware aus einem anderen oder mehreren Ländern, müssen diese in der Klausel (anstelle von „pure Country“) entsprechend angegeben werden. Wenn im FELD 3 (Ursprungsland) für die Waren nicht ein weiteres Land angegeben ist, dann muss der Ausführer auf der Rückseite des UZ (Ursprungszeugnisse) eine Herstellererklärung (Name und Anschrift des Herstellers) abgeben. Sonderregeln für Lebensmittel.

IHK (Industrie- und Handelskammern) zur Beglaubigung vorzulegen, dann dem Konsulat zur Legalisierung einreichen. UZ (Ursprungszeugnisse) muss stets Angaben über die Beförderung (Feld 4) enthalten

c) Konnossemente unbeglaubigt; Order-Konnossemente bei Angabe von Notify-Adresse möglich.

d) Herstellererklärung, von wem die Ware gefertigt ist, ist auf Firmenbogen unter Bezugnahme auf HR (Handelsrechnungen) abzugeben. Formulierung vgl. a)/ b). Beglaubigung durch IHK (Industrie- und Handelskammern) (1 Ausfertigung verbleibt bei IHK (Industrie- und Handelskammern) ) oder ein Notar beglaubigt die Unterschrift. Wird vom Importeur eine konsularische Legalisierung zusätzlich verlangt, muss bei Wahl der notariellen Unterschriftsbeglaubigung eine Überbeglaubigung durch den Landgerichtspräsidenten und eine Endbeglaubigung durch das Bundesverwaltungsamt in Köln erfolgen.

e) Reedereibestätigung/ Appended Declarations (nur in wenigen Fällen) 1. Appended Declaration to Bill of Lading, wenn Importeur eine konsularische Legalisation des Konnossements vorschreibt. 2. Appended Declaration to Insurance Company, wenn Importeur eine vom Generalkonsulat legalisierte Versicherungspolice vorschreibt. 3. Appended Declaration to Certificate of Origin, wenn im Handelskammerursprungszeugnis zwei oder mehrere Ursprungsländer angegeben sind. Muster der Zertifikate liegen den IHK (Industrie- und Handelskammern) vor. Sie können selbst vervielfältigt werden. Zertifikate müssen notariell beglaubigt werden. Schreibt das Akkreditiv auch die konsularische Beglaubigung vor, muss auch das Zertifikat konsularisch beglaubigt werden.

f) Für Nahrungsmittel, lebende Tiere und tierische Produkte wird ein Gesundheitszeugnis (“frei von Dioxin” Bescheinigung) verlangt. Das Zertifikat der Gesundheitsbehörde ist der IHK (Industrie- und Handelskammern) (2fach) zur Überbeglaubigung einzureichen. Anschließend ist es (1fach) zur Legalisierung einzureichen.

g) Einreichen der Dokumente

Anträge zur Legalisierung von Dokumenten direkt (unmittelbar vom Ausführer, keine Vermittler oder Vertreter zugelassen) bei der Arab Chamber of Commerce and Industry.
Die Vorbeglaubigung und Weiterleitung erfolgt am Tag des Eingangs, die Legalisierung durch die Konsularabteilung am darauf folgenden Tag, mit anschliessender Versendung an den Antragsteller. Hinweis: frankierten-, adressierten Rückumschlag beilegen, nur Originaldokumente vorlegen, Kopien werden nicht bescheinigt!

h) Postpakete bis 31,5 kg: 1 APK (Auslandspaketkarte) , 3 Zl engl./franz., 3 HR (Handelsrechnungen) engl. mit allen handelsüblichen Angaben, u. a. Ursprungsland, Brutto- und Nettogewicht, genaue Warenbezeichnung, 2 UZ (Ursprungszeugnisse) mit gleicher Erklärung wie auf den HR (Handelsrechnungen) , je beglaubigt von IHK (Industrie- und Handelskammern) und Botschaft.

i) Luftpostpakete bis 10 kg: 1 APK (Auslandspaketkarte) , „Mit Luftpost“-Zettel, sonst wie Pakete.

j) Hinweis: es besteht die gesetzliche Vorgabe, dass jede europäische Ware “unmittelbar einzuführen ist”. Zweckmäßig ist daher den genauen Verschiffungsweg vom Ort des Ausführers bis zum Bestimmungsort aufzuzeichnen, vor allem, wenn eine Verschiffung über niederländische oder belgische Häfen erfolgt.

 

Warenmuster und -proben:

Handelsmuster, die nicht als Handelsware zum Vekauf verwendet werden können und von geringem Wert sind, sind zollfrei. Warenmuster, deren Zollwert S.RI. 10000,– nicht übersteigt, unterliegen vereinfachten Zollabfertigungsvorschriften. Andere Warenmuster können gegen Sicherheitsleistung in Höhe der Abgaben vorübergehend abgabenfrei eingeführt werden. Ursprungszeugnisse sind erforderlich.

Der Versand zollpflichtiger Muster als „Warenproben“ ist nicht zulässig.