VENEZUELA

Venezuela Transporte und Spedition Dienstleistungen

Venezuela

Hauptstadt
Caracas

Einwohnerzahl
30 Mio. (est.)

Landessprache/n
Spanisch

Währung
Bolivar (VEB)

Bruttoinlandprodukt (BIP)
USD 374 Mrd. (est.)

BIP pro Einwohner
USD 7’576 (est.)

Schweizer Exporte
CHF 386 Mio.

Schweizer Importe
CHF 4 Mio.

Bilaterale Beziehungen Schweiz–Venezuela

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Venezuela sind gut, jedoch nicht sehr intensiv.

 

Wirtschaftliche Zusammenarbeit

2014 importierte die Schweiz Güter im Wert von 5 Millionen CHF, vor allem landwirtschaftliche Erzeugnisse und Metalle. Die Exporte nach Venezuela beliefen sich auf 377 Millionen CHF und betrafen hauptsächlich pharmazeutische Produkte, Maschinen und Präzisionsinstrumente.

2013 betrug der Kapitalbestand Schweizer Direktinvestitionen in Venezuela 2 Milliarden CHF und Schweizer Firmen beschäftigten rund 10’881 Arbeitnehmende.

Geschäftssprachen

Spanisch. Im Geschäftsverkehr mit großen Firmen auch Englisch.

 

Maße und Gewichte

Metrisches System.

 

Zolltarif

Harmonisiertes System.

Währung

Landeswährung 1 Bolívar (BsF.) = 100 Céntimos.

ISO-Code: VEF

 

Importkontrolle

Weitgehend liberalisierte Einfuhr. Ist eine Einfuhrlizenz erforderlich, muss diese vor dem Versand der Ware vorliegen. Die Ware muss vor Ablauf der Gültigkeit (i.d.R. 180 bis 360 Tage) der Lizenz im Land eintreffen. Die Einfuhr von Fleisch und Fleischprodukten ist z. T. eingeschränkt. Für den Import von Desinfektionsmitteln, Fungiziden, Herbiziden und Insektiziden ist eine Genehmigung des Landwirtschaftsministeriums erforderlich. Importverbote bestehen z. B. für psychtrope Substanzen, Asbest, Schlacken, gebrauchte Reifen, Kraftfahrzeuge und Kleidung.

In Venezuela bestehen Devisenkontrollen. Fremdwährung für Transaktionen im Außenhandel muss von den Wirtschaftsbeteiligten im Voraus bei der Kontrollbehörde CADIVI beantragt und erworben werden.

Umsatzsteuerregelsatz: 12%

 

Zahlungsbedingungen und Angebote

Offerten in allen frei konvertierbaren Währungen, vorzugsweise € oder US $ cif-Basis. Akkreditiv oder „cash on delivery“ empfehlenswert. Kleinere Geschäfte möglichst mit Vorauskasse. (Banken konsultieren!) Angebote in frei konvertierbarer Währung. Angebote möglichst in spanischer Sprache.

 

Ursprungsangaben

Keine Vorschriften im Allgemeinen.

 

Markierung / Etikettierung

Etikettierungsvorschriften bestehen für Einzelverpackungen aller Konsumartikel und medizinische Präparate. Ursprungsangaben auf Geweben verlangt. Importeur oder Vertreter befragen. Einige Waren unterliegen Sondervorschriften.

 

Verpackung

Seeverpackung, stabil, aber so leicht wie möglich. Auf Kisten Bruttogewicht und Bestimmungshafen angeben. Keine Waren verschiedener Zollklassen in ein Packstück verpacken, sofern möglich. Wenn unabwendbar, dann genaues Nettogewicht für jede Zollposition, Gesamt-Tara und Bruttogewicht und getrennte fob-Werte angeben. Heu und Stroh vermeiden, sonst Desinfektionszeugnis erforderlich. Gebrauchte Säcke verboten. Für Holzverpackungsmaterial gilt die Regelung der ISPM Nr. 15. Sollen importierte Artikel nationale venezulanische Embleme tragen, ist eine Genehmigung des Innenministeriums Venezuelas erforderlich.

 

Warenmuster und -proben

Muster, die durch Einschneiden, Lochen oder dergleichen keinen Handelswert besitzen, werden zollfrei zugelassen. Die Muster sind zweckmäßig als „Muestras sin valor comercial“ zu kennzeichnen. Muster mit Wert müssen stets verzollt werden, auch wenn keine Bezahlung erfolgt (Sicherheit in Höhe der Einfuhrabgaben).

 

Versand- und Begleitpapiere

Übliche, sowie

a) Handelsrechnungen: 2 HR (Handelsrechnungen) , spanisch, mit allen handelsüblichen Angaben, u. a. Ursprungsland („………..“), Werte in € oder vereinbarter Währung, Einzel- und Gesamtpreis, Liefer- und Zahlungsbedingungen etc. Schwurformel am Ende der Rechnung, vom Ausführer folgende unterzeichnete Preis-Erklärung abzugeben: „Declaramos bajo fé de juramento que los precios cotizados en esta factura son los normales de exportación al mercado venezolano para esta fecha.” Keine Beglaubigung durch IHK (Industrie- und Handelskammern) oder Generalkonsulat erforderlich.

b) Konsulatsfakturen nicht erforderlich.

c) UZ (Ursprungszeugnisse) im allgemeinen nicht erforderlich, ausgenommen: Waren, die zum menschlichen Verzehr bestimmt sind, dann: UZ (Ursprungszeugnisse) (1-fach) oder ein Gesundheitszeugnis aus dem Ursprungsland. Das UZ (Ursprungszeugnisse) muss vom Konsulat legalisiert werden. Als Ursprungsland ist „…………………..” anzugeben (Konsulatsgebühren bei IHK (Industrie- und Handelskammern) anfragen.

d) Konnossements, keine Beglaubigung, Order- Konnossemente nicht zulässig, auch nicht, wenn eine Notify-Adresse vorhanden ist. Die Seefracht muss eingesetzt werden. Ein Konnossement darf sich nur auf einen Empfänger erstrecken. Alle Konnossemente müssen handschriftlich unterzeichnet sein.

e) Postpakete bis 31,5 kg: 1 APK (Auslandspaketkarte) , 3 Zl span./frz./engl., mit Warenbezeichnung nach Zolltarif von Venezuela, HR (Handelsrechnungen) Postpakete sollten nicht an Banken gerichtet werden. Es wird empfohlen, Pakete direkt an den Bezogenen oder an einen Agenten im Hafen von La Guaira zur Verfügung der Bank, gegebenenfalls unter Zusendung des Wechsels an die Bank zu senden.

f) Bei Lebensmittelexporten ist Zertifikat über Einhaltung radioaktiver Höchstwerte ggfs. Nötig (Anweisung durch Importeur, Nachfrage bei IHK (Industrie- und Handelskammern) ).

Venezuela wird aus Mercosur ausgeschlossen

Die vier weiteren Mitgliedstaaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay des Mercosur- Wirtschaftsbundes schliessen Venezuela aus dem «Gemeinsamen Markt Südamerikas» aus. Grund seien grundlegende Verletzungen der rechtsstaatlichen und demokratischen Prinzipien, deren Einhaltung Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist.

 

Bedingungen aus Beitrittsprotokoll nicht erfüllt

Aus einer offiziellen Kommunikation der Regierung von Paraguay vom 02.Dezember 2016 geht hervor, dass Venezuela aus dem Wirtschaftsbund ausgeschlossen wurde. Dadurch ist Venezuela nur noch ein assoziierter Staat, der lediglich auf Einladung der Mitgliedstaaten an bestimmten Sitzungen teilnehmen darf. Bereits im Sommer wurde Venezuela eine Frist bis zum 01. Dezember 2016 gesetzt, um die Aufnahmebedingungen zu erfüllen. Die Mercosur-Staaten werfen dem Land vor, dass es grundlegende Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit und Demokratie nicht erfülle, sowie Defizite bei der Übernahme des Mercosur Regelwerks in Handelsfragen aufweise.

Die Mercosur-Staaten stützen sich in ihrer Entscheidung auf Art. 60 des Wiener Übereinkommens über das Recht der VerträgeVenzuela hat die Entscheidung scharf kritisiert und als rechtswidrig bezeichnet.

Handelspolitische Auswirkungen noch unklar

Venezuela ist in erster Linie Importeur im Mercosur-Bund, weshalb eine Eindämmung der Zollpräferenzen vor allem den verbleibenden Mitgliedstaaten schaden könnte. Für die Beziehungen zur EU und EFTA könnte die Entscheidung aber bedeuten, dass Freihandelsverhandlungen wieder verstärkt aufgenommen würden.

(SWITZERLAND GLOBAL ENTERPRISE)
http://www.s-ge.com/schweiz/export/de/blog/venezuela-wird-aus-mercosur-ausgeschlossen