Schweizer Zollreform 2026: «Für Betrüger ein perfekter Assist»

Marco Tepoorten analysiert die Schwachstellen der Schweizer Zollreform: komplexere Verfahren, Verlust von Fachkompetenzen, geschwächte Kontrollen und das Wegfallen der Sicherheiten für Zollkredite.

Interview von Henry Habegger, veröffentlicht am 10. Februar 2026 in den Schweizer Medien der Gruppe CH Media. Italienische Übersetzung von Franzosini SA. Das Original in deutscher Sprache ist als Beilage verfügbar.

Herr Tepoorten, Sie sind ein international tätiger Spediteur im Tessin und einer der wenigen, die das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) offen kritisieren. Kürzlich haben Sie von «Chaos» und einem System gesprochen, das «zum Betrug einlädt». Woher kommt Ihre Kritik?

Für mich ist der Wendepunkt 2022, mit der Umwandlung der bisherigen Eidgenössischen Zollverwaltung in das heutige BAZG. Es handelte sich nicht um eine blosse Namensänderung, sondern um den Beginn tiefgreifender struktureller Veränderungen: Zusammenlegung der Berufskörper, neue IT-Systeme, eine neue Philosophie im Verhältnis zwischen Zoll und Wirtschaftsbeteiligten.

Seither sind die Verfahren nicht einfacher geworden, wie versprochen, sondern komplexer und störungsanfälliger. Prozesse, die zuvor stabil funktionierten, müssen heute laufend angepasst, korrigiert und überarbeitet werden. Für diejenigen, die wie wir täglich mit dem Zoll arbeiten, ist dies ein konkretes Problem.