Interview der RSI-Tagesschau mit dem Präsidenten der Tepoorten-Gruppe, Marco Oliver Tepoorten, ausgestrahlt am 3. April 2025. In der Betriebszentrale von Franzosini, zwischen aktiven Terminals und Echtzeit-Tracking, sind zwei Container auf dem Weg in die Vereinigten Staaten: einer zum Hafen von New York, der andere nach Houston.
Die Zollunterlagen wurden bereits eingereicht, doch eine plötzliche Änderung droht alles über den Haufen zu werfen: die Einführung eines 31-prozentigen Zolls auf Schweizer Waren durch die US-Regierung. Eine angekündigte Massnahme, die für alle, die in der täglichen Logistik arbeiten, bitter ist. Keine operative Vorwarnung, keine schrittweise Anpassung. Nur eine einseitige Entscheidung, die Kosten und Unsicherheiten in die Höhe zu treiben droht und nicht nur Grossexporteure, sondern auch die vielen Schweizer KMU trifft, die ihre Sendungen den atlantischen Häfen anvertrauen.
Die Auswirkungen sind unmittelbar. Bei Franzosini, einem seit über einem Jahrhundert aktiven Unternehmen mit 70 Mitarbeitenden und 35 Millionen Franken Umsatz, ist der Effekt spürbar. Der Verkehr in die USA macht nicht den Hauptanteil aus — rund 1,5 Millionen pro Jahr — ist aber strategisch wichtig für Kunden in den Bereichen Industrie, Medizin und Mode. Heute rufen diese Kunden an und wollen Antworten.
«Wir haben Container, die losgefahren sind, während sich die Vorschriften änderten. Sie werden in einem anderen Amerika ankommen als dem, das sie erwartet hat», kommentiert Marco Oliver Tepoorten. «Das ist die Art von Situation, in der jede Stunde zählt, und in der es nicht mehr reicht zu wissen, wo sich die Ware befindet: Man muss wissen, wo die internationale Handelspolitik steht».